Papst Franziskus verlässt nach fünf Wochen Krankenhaus

Nach mehr als fünf Wochen im Krankenhaus darf Franziskus zurück in
den Vatikan. Zuvor will er aus der Klinik erstmals wieder den Segen
spenden. Die Ärzte empfehlen aber noch mehrere Wochen Ruhe.

Rom (dpa) - Nach mehr als fünf Wochen stationärer Behandlung im
Krankenhaus darf Papst Franziskus in den Vatikan zurückkehren. Am
Sonntag wird das 88 Jahre alte Oberhaupt der katholischen Kirche aus
der Gemelli-Klinik entlassen, wie die behandelnden Ärzte mitteilten.
Franziskus' Zustand habe sich zuletzt stetig verbessert. Er könne
deswegen wieder in seiner Residenz im Vatikan leben, sagte der
Mediziner Sergio Alfieri. Dort soll er weiter ärztlich betreut
werden.

Franziskus leide zwar nicht mehr an der beidseitigen
Lungenentzündung, dennoch sei er nicht vollständig von der komplexen
Infektion mit mehreren Erregern geheilt, erklärte Alfieri. Der Arzt
sprach von einer «guten Nachricht, auf die die ganze Welt gewartet
hat». Gemeinsam mit dem Arzt Luigi Carbone leitete er das
medizinische Team im Krankenhaus, das den Papst behandelte.

Zwei Monate Ruhe für Papst im Vatikan

Die behandelnden Ärzte verordneten Franziskus nun zwei Monate Ruhe.
Erst danach dürfe er wieder seinen gewohnten Arbeitsrhythmus
aufnehmen. In seiner Residenz wird er auch weiterhin über einen
Schlauch in der Nase mit Sauerstoff versorgt. Auch die Atem- und
Bewegungstherapie geht weiter. 

Auf die zuvor angewandte nicht-invasive mechanische Beatmung mit
einer Maske auf Nase und Mund könne inzwischen verzichtet werden.
Nach seinen Anfällen akuter Atemnot musste Franziskus diese über
Nacht tragen. Künstlich beatmet etwa durch Intubation wurde er nach
Angaben der Ärzte aber nie.

Erster öffentlicher Auftritt vor Entlassung

Wenige Stunden vor der kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in der
Klinik teilte der Vatikan zudem mit, dass sich der gebürtige
Argentinier am Sonntag erstmals wieder öffentlich zeigen will. Dazu
will Franziskus nach dem traditionellen Sonntagsgebet aus der Klinik
den Segen spenden. Vatikan-Sprecher Matteo Bruni sagte, die
Entlassung erfolge nach diesem Auftritt.

Am 14. Februar wurde Franziskus wegen einer schweren Bronchitis in
die Klinik im Nordwesten der italienischen Hauptstadt gebracht. Zuvor
weigerte er sich nach Angaben aus seinem Umfeld, sich im Krankenhaus
behandeln zu lassen. Später entwickelte sich eine komplizierte
Lungenentzündung. Zwischenzeitlich schwebte Franziskus in
Lebensgefahr, er erlitt mehrere Anfälle akuter Atemnot.

Nachricht über Entlassung kam überraschend

Seit der Einlieferung vor mehr als fünf Wochen veröffentlichte der
Vatikan nur ein einziges Foto des Papstes. Auf diesem ist er von
hinten vor einem Altar in der Kapelle im zehnten Stock der Klinik zu
sehen. Franziskus meldete sich zudem mit einer Audiobotschaft zu
Wort, die vor wenigen Wochen vor zahlreichen auf dem Petersplatz
versammelten Gläubigen abgespielt wurde.

Die Vorfreude bei Gläubigen war daher groß, als der Vatikan
bekanntgab, dass der Papst sich am Sonntag erstmals wieder in der
Öffentlichkeit zeigen wird. Zum traditionellen Angelus-Gebet will
sich Franziskus an einem Fenster der Klinik für einen Gruß und Segen
zeigen. Die Überraschung über die Nachricht der bevorstehenden
Entlassung aus der Klinik war entsprechend noch größer.

Franziskus selbst habe bereits seit einigen Tagen auf eine baldige
Rückkehr in den Vatikan gehofft, erklärten die Ärzte. Er gilt als
arbeitsbesessen und schwieriger Patient. Alfieri fügte hinzu, die
Besserung des Gesundheitszustandes des Papstes verlaufe derzeit sehr
zügig. Wenn sich dieser Trend fortsetze, sei auch ein früheres Ende
der Ruhephase möglich.

Was passiert nach der Entlassung?

Alfieri sagte, der Papst müsse sich nun an die Empfehlungen der Ärzte
halten. Anfang April ist eigentlich ein Treffen mit dem britischen
König Charles geplant. Auch eine geplante, aber nie bestätigte Reise
des Papstes in die Türkei im Mai steht sozusagen auf dem Programm. Es
ist jedoch unklar, in welcher Form offizielle Treffen,
Veranstaltungen und Reisen künftig möglich sein können.

Ungewiss ist weiterhin auch ob der Papst im nächsten Monat an den
großen Osterfeierlichkeiten teilnehmen kann. Normalerweise sind diese
ein Veranstaltungsmarathon für den Pontifex. In diesem Jahr sind
besonders viele Pilger in Rom, weil 2025 nach katholischem
Verständnis ein Heiliges Jahr ist.

Online-Wechsel: In drei Minuten in die TK

Online wechseln: Sie möchten auf dem schnellsten Weg und in einem Schritt der Techniker Krankenkasse beitreten? Dann nutzen Sie den Online-Beitrittsantrag der TK. Arbeitnehmer, Studenten und Selbstständige, erhalten direkt online eine vorläufige Versicherungsbescheinigung. Die TK kündigt Ihre alte Krankenkasse.

Jetzt der TK beitreten





Zur Startseite