Verstopfte Arztpraxen - Kassen für Koordination über Hausärzte
Bei welchen Beschwerden zu welchem Arzt? Geht es nach Union und SPD,
soll die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle für Patienten sein.
Rückenwind dafür kommt von den Krankenkassen.
Berlin (dpa) - Angesichts von vollen Arztpraxen und Termin-Problemen
unterstützt der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV)
die schwarz-roten Pläne für eine Patientensteuerung über
Hausarztpraxen. Deutschland sei zwar «Spitzenreiter bei den
Arzt-Patienten-Kontakten», gleichzeitig hätten viele Versicherte
Probleme, überhaupt einen Arzttermin zu bekommen, sagte die
stellvertretende GKV-Chefin Stefanie Stoff-Ahnis der «Neuen
Osnabrücker Zeitung».
«Wir haben viele verschiedene fachärztliche Spezialisten, aber 75
Millionen Versicherte, von denen die wenigsten wissen können, welche
Fachärztin oder welcher Facharzt in ihrem konkreten Fall die genau
richtige Ansprechperson ist.» Sie kritisierte, dass chronisch kranke
Menschen für ein Rezept alle drei Monate zum Arzt laufen müssten.
«Das verursacht unnötige Arzttermine, verstopft die Praxen und ist
teuer», sagte Stoff-Ahnis.
«Gut wäre es, wenn hausärztliche Praxen die vollständige Koordinati
on
der medizinischen Versorgung der Versicherten übernehmen würden»,
sagte sie. In den Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und SPD hatte
die Arbeitsgruppe Gesundheit das «verbindliche Primärarztsystem»
vorgeschlagen. Der Hausarzt soll dabei erste Anlaufstelle für
Patienten sein und diese nur im Bedarfsfall an Fachpraxen
weiterleiten.
Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, ging noch
weiter und plädierte dafür, dass ein Patient, der auf eine Behandlung
jenseits der ihm angebotenen Wege bestehe, sich selbst an den
zusätzlichen Kosten beteiligen müsse. Stoff-Ahnis forderte als
Entlastungsmaßnahme etwa die Nutzung von Jahresrezepten für die
Patienten und die Abkehr von der quartalsbezogenen Vergütung für die
Behandlung chronisch Kranker.
Online-Wechsel: In drei Minuten in die TK
Online wechseln: Sie möchten auf dem schnellsten Weg und in einem Schritt der Techniker Krankenkasse beitreten? Dann nutzen Sie den Online-Beitrittsantrag der TK. Arbeitnehmer, Studenten und Selbstständige, erhalten direkt online eine vorläufige Versicherungsbescheinigung. Die TK kündigt Ihre alte Krankenkasse.